AI Max
AI Max ist eine neue Kampagnenform von Google, eingeführt 2024 und 2025. Der Hintergrund: Wie Menschen bei Google suchen, verändert sich. Wer früher „Zahnarzt Stuttgart“ eingegeben hat, schreibt heute eher „Welcher Zahnarzt in Stuttgart nimmt noch neue Patienten?“ – vollständige Sätze, direkte Fragen, die sich direkt an die „generative search experience“ also die KI generierten Antworten ganz oben auf der Google Suchergebnisseite richten. Google reagiert darauf mit neuen Werbeformaten.
Das Versprechen von Google: Mit AI Max werde man für deutlich mehr relevante Suchanfragen ausgespielt als mit klassischen Kampagnen. Das stimmt im Grundsatz. Das Problem ist die Targetierung.
AI Max gibt Google noch mehr Kontrolle über die Ausspielung als Performance Max – ein Format, das selbst schon kaum steuerbar ist. Wer AI Max aktiviert, gibt dem Algorithmus nochmals mehr Spielraum, eigenständig zu entscheiden, für welche Suchanfragen die Anzeige erscheint.
Stand April 2026: Die Ausspielung läuft zu ungenau. Zu viele irrelevante Suchanfragen, zu wenig erkennbarer Mehrwert – vor allem im B2B.
Je mehr Freiheit man dem Google-Algorithmus gibt, desto besser muss die eigene Datenbasis, also vor allem Conversion-Daten, sein. Bei AI Max gilt das noch stärker als bei Performance Max.
Es gibt Situationen, in denen AI Max Sinn ergibt: wenn der klassische Suchmarkt bereits vollständig ausgeschöpft ist, wenn hunderte von Conversion-Datenpunkten vorliegen – nicht zehn – und wenn Micro-Conversions nachweislich den Algorithmus in die richtige Richtung lenken.
Für die meisten B2B-Werbetreibenden ist das aktuell nicht der Fall. AI Max ist Googles Vorbereitung auf Werbung in KI-Systemen. Für kleine und mittlere Accounts hat das heute noch keinen praktischen Wert.
Attributionsmodell
Wenn ein Nutzer mehrfach auf verschiedene Anzeigen klickt, bevor er eine Anfrage stellt – welche Anzeige bekommt dann den Erfolg zugeschrieben?
Ein Beispiel: Jemand sucht nach einem Produkt, klickt auf deine Anzeige, schaut sich die Seite an und springt ab. Zwei Tage später sucht er erneut, klickt auf eine andere deiner Anzeigen und füllt das Kontaktformular aus. Welche Anzeige war wertvoller? Die erste, die ihn überhaupt auf das Angebot aufmerksam gemacht hat? Oder die zweite, die zum Kontakt geführt hat?
Das Attributionsmodell legt fest, wie dieser Erfolg verteilt wird.
Es gibt drei gängige Modelle. Erster Klick gibt den gesamten Erfolg der ersten Anzeige im Prozess. Letzter Klick gibt ihn vollständig der letzten Anzeige, die direkt vor der Anfrage geklickt wurde. Datengetriebene Attribution verteilt den Erfolg auf alle Interaktionen – gewichtet nach Daten, die Google über das Verhalten ähnlicher Nutzer gesammelt hat. Wie genau diese Gewichtung berechnet wird, ist nicht öffentlich bekannt.
Es gibt kein universell richtiges Modell. In der Praxis ist datengetriebene Attribution in den allermeisten Fällen die sinnvollste Wahl. Und sie ist auch der Standard.
Conversion Tracking
Conversion Tracking ist die Zielmessung im Google Ads Account. Es misst, was eine Anzeige tatsächlich gebracht hat – ob jemand angerufen hat, ein Kontaktformular ausgefüllt oder etwas gekauft hat.
Wenn ein solches Ereignis eintritt, wird es automatisch an Google zurückgemeldet. Die Nachricht an den Algorithmus lautet: Dieser Nutzer, den du mir geschickt hast, war wertvoll. Schick mir mehr davon.
Das ist die eigentliche Funktion von Conversion Tracking – und sie geht weit über reine Ergebnismessung hinaus.
Conversion Tracking ist der primäre Mechanismus, der den Google-Algorithmus steuert. Google lernt darüber, welche Nutzer für einen bestimmten Werbetreibenden relevant sind. Das gelingt nicht über Keywords allein. Dieselbe Suchanfrage – zum Beispiel „Zahnarzt Stuttgart“ – kann von völlig verschiedenen Menschen kommen: von jemandem, der einen Termin für eine Routinekontrolle sucht, und von jemandem, der dringend ein Implantat braucht. Über die Suche ist das nicht zu unterscheiden. Über Conversion-Daten kann Google genau das lernen – und die Ausspielung entsprechend anpassen.
Wer ohne Conversion Tracking schaltet, gibt dem Algorithmus kein Feedback. Die Ausspielung läuft ins Leere.
Google Ads ohne Conversion Tracking zu schalten ist keine Option. Es ist die kritische Grundlage, auf der alles andere aufbaut.
CPC (Kosten pro Klick)
CPC steht für Cost-per-Click – auf Deutsch: Kosten pro Klick. Es ist der Betrag, den man an Google zahlt, wenn ein Nutzer auf eine Anzeige klickt.
Man zahlt nicht dafür, dass die Anzeige angezeigt wird. Man zahlt nur dann, wenn jemand tatsächlich klickt. Erst mit dem Klick landet der Nutzer auf der eigenen Webseite.
CTR (Klickrate)
CTR steht für Click-Through-Rate – auf Deutsch: Klickrate. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen Anzeigenausspielungen und Klicks.
Beispiel: Wird eine Anzeige 100-mal angezeigt und 10 Nutzer klicken darauf, ist die CTR 10 Prozent.
Die CTR ist eine einfach ablesbare Kennzahl. Sie zeigt, wie ansprechend eine Anzeige auf die Nutzer wirkt, die sie sehen.
Gebotsstrategien
Eine Gebotsstrategie legt fest, wie Google das Werbebudget einsetzt – und auf welches Ziel hin.
Das Grundprinzip hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Früher hat man auf einzelne Suchbegriffe geboten: Keyword A kostet maximal X Euro pro Klick, Keyword B maximal Y Euro. Heute funktioniert das anders. Man bietet nicht mehr auf Suchbegriffe oder Klicks, sondern auf wertvolle Nutzer. Google bewertet bei jeder Suche anhand aller verfügbaren Nutzersignale, wer für eine Anzeige relevant ist – und passt die Ausspielung entsprechend an.
Klicks maximieren
Diese Strategie holt mit dem verfügbaren Budget so viele Klicks wie möglich. Sie ist die älteste und einfachste Gebotsstrategie, die Google anbietet.
Das Problem: Günstige Klicks kommen von Nutzern, die in der Regel wenig wertvoll sind. Wer auf billige Klicks optimiert, zieht billigen Traffic an. Die Strategie steht damit im direkten Widerspruch zur Logik des modernen Google Ads-Systems, das auf hochwertige Nutzer ausgerichtet ist.
Heute gibt es kaum noch einen sinnvollen Einsatzfall für diese Strategie.
Conversions maximieren
Diese Strategie holt mit dem verfügbaren Budget so viele Conversions – also zum Beispiel Kontaktanfragen oder Anrufe – wie möglich. Es gibt keine Preisdecke nach oben: Wenn Google glaubt, mit dem gesamten Budget eine weitere Conversion gewinnen zu können, wird es entsprechend ausgespielt.
Das kann sinnvoll sein, um eine schwächelnde Kampagne wieder in Schwung zu bringen. Der Nachteil: Die Strategie unterscheidet nicht zwischen der Qualität einzelner Conversions. Eine hochwertige Anfrage zählt gleich viel wie eine wertlose.
Conversion-Wert maximieren
Diese Strategie optimiert nicht auf die Menge, sondern auf den Wert der Conversions. Sie ist die einzige Gebotsstrategie, die zwischen wertvollen und weniger wertvollen Anfragen unterscheidet.
Ursprünglich wurde sie für Online-Shops entwickelt: Produkt A kostet 20 Euro, Produkt B kostet 50 Euro – optimiere auf möglichst große Warenkörbe. Im B2B-Bereich lässt sie sich mit sogenannten Micro-Conversions kombinieren.
Wenn weniger als etwa 20 harte Conversions pro Monat vorhanden sind, fehlt dem Algorithmus das Datenmaterial zum Lernen. Micro-Conversions – also kleinere Signale wie Scrolltiefe oder Verweildauer – können dann gewichtet zurückgemeldet werden, um dem Algorithmus mehr Datenpunkte zu geben.
Target CPA
Target CPA funktioniert wie „Conversions maximieren“ – aber mit einem Preisdeckel. Man gibt vor, wie viel eine einzelne Conversion maximal kosten darf, und Google holt dafür so viele wie möglich.
Das ist eine der stärksten Gebotsstrategien und in vielen Fällen die richtige Wahl. Sie gibt klare Grenzen vor, ohne den Algorithmus zu stark einzuschränken. Wie bei „Conversions maximieren“ gibt es keine Unterscheidung zwischen der Wertigkeit einzelner Conversions.
Target ROAS
ROAS steht für Return on Advertisement Spend – also der Ertrag pro eingesetztem Werbebudget. Bei Target ROAS gibt man ein Ziel-Verhältnis vor: Ein ROAS von 1,4 bedeutet, dass für jeden investierten Euro 1,40 Euro Umsatz zurückfließen sollen.
Die Strategie ähnelt „Conversion-Wert maximieren“, aber mit einem definierten Ziel statt offener Maximierung. Im B2B-Bereich ist sie kaum relevant – sie ist primär eine Strategie für Online-Shops.
Manueller CPC
Beim manuellen CPC legt man die Gebote für jeden Klick selbst fest – fixe Beträge, keine Automatisierung.
Google rät heute konsequent davon ab. Trotzdem gibt es Situationen, in denen diese Strategie funktioniert: wenn das Conversion Tracking keine verlässlichen Daten liefert oder wenn so wenige Conversions vorhanden sind, dass der Algorithmus schlicht kein Material zum Lernen hat.
In diesen Fällen kann manueller CPC besser abschneiden als automatisierte Strategien – nicht weil er moderner ist, sondern weil er stabiler ist, wenn die Datenbasis fehlt.
Google Click-ID
Die Google Click-ID ist eine eindeutige, temporäre Kennung, die Google jedem Nutzer mitgibt, wenn er auf eine Anzeige klickt. Sie identifiziert die genaue Kombination aus Anzeige und Nutzer zum Zeitpunkt des Klicks.
Für den Nutzer ist sie unsichtbar – sie läuft vollständig im Hintergrund. Technisch ist sie die Grundlage dafür, dass Conversion Tracking überhaupt funktioniert. Ohne Google Click-ID kann Google nicht zurückverfolgen, welcher Klick zu welchem Ergebnis geführt hat.
Impressionen
Impressionen geben an, wie oft eine Anzeige ausgespielt wurde – also wie oft ein Nutzer, der etwas gesucht hat, diese Anzeige zu Gesicht bekommen hat. Gezählt wird die Gesamtzahl über alle Nutzer, unabhängig davon, ob jemand geklickt hat oder nicht.
Kampagne und Anzeigengruppe
Google Ads ist hierarchisch aufgebaut. Eine Kampagne enthält Anzeigengruppen. Anzeigengruppen enthalten Keywords und Anzeigentexte. Jede Ebene hat eine andere Aufgabe.
Anzeigengruppe
Eine Anzeigengruppe fasst Keywords und die dazu passenden Anzeigentexte thematisch zusammen. Das Ziel: Wenn jemand nach etwas sucht, soll er genau die Anzeige sehen, die zu seiner Suche passt.
Praxisbeispiel: Ein Zahnarzt hat eine Anzeigengruppe für Kieferorthopädie und eine für Implantate. Wer nach Kieferorthopädie sucht, sieht KFO-Anzeigen. Wer nach Implantaten sucht, sieht Implantat-Anzeigen. Je enger eine Anzeigengruppe thematisch gefasst ist, desto relevanter wird die Ausspielung.
Kampagne
Eine Kampagne ist die übergeordnete Ebene, der Anzeigengruppen zugeordnet werden. Auf Kampagnenebene werden zwei grundlegende Entscheidungen getroffen: Wie viel Budget wird täglich eingesetzt? Und wo soll die Anzeige ausgespielt werden – deutschlandweit, in bestimmten Städten, oder im Umkreis von X Kilometern?
Mehrere Anzeigengruppen können unter einer Kampagne laufen – solange Budget und Targetierung für alle gleich sein sollen.
Keyword
Ein Keyword ist das, was man in seinem Google Ads Account einbucht. Es legt fest, bei welchen Suchanfragen die eigene Anzeige grundsätzlich in Frage kommt.
Google vergleicht bei jeder Suche die Eingabe des Nutzers mit den eingebuchten Keywords. Passen sie zusammen, kann die Anzeige ausgespielt werden.
Ein Keyword ist nicht dasselbe wie ein Suchwort. Das Keyword ist die eigene Buchungsentscheidung. Das Suchwort ist das, was der Nutzer tatsächlich eingetippt hat. Beide können sich erheblich voneinander unterscheiden.
Keyword Optionen
Es gibt drei Keyword-Typen in Google Ads: Weitgehend passend (Broad Match), Passende Wortgruppe (Phrase Match) und Genau passend (Exact Match). Die deutschen Namen beschreiben nicht mehr, was diese Typen heute tatsächlich tun.
Wie es früher war
Bis vor etwa vier bis fünf Jahren funktionierte das Matching buchstäblich: Beim Exact Match musste die Suchanfrage exakt dem Keyword entsprechen. „Zahnarzt Stuttgart“ triggerte nur bei „Zahnarzt Stuttgart“. Phrase Match erforderte, dass die Keyword-Phrase in der Suchanfrage enthalten war – „Zahnarzt Stuttgart günstig“ hätte noch gepasst. Broad Match erlaubte lose semantische Verwandtschaft.
Wie es heute ist
Heute ist das Matching intentionsbasiert. Google gleicht nicht mehr Wörter ab, sondern versucht, die Absicht hinter einer Suchanfrage zu erkennen.
Das hat eine weitreichende Konsequenz: Selbst beim Exact Match – also dem engsten Typ – kann eine Anzeige für Suchanfragen ausgespielt werden, die wörtlich völlig anders lauten, aber dieselbe Absicht haben.
Exact Match bedeutet heute: gleiche Suchintention – nicht mehr zwingend gleicher Wortlaut.
Die Hierarchie von eng nach weit bleibt erhalten: Exact ist der engste Typ, Broad der weiteste. Der Mechanismus dahinter hat sich grundlegend verändert.
Praktische Empfehlung für B2B: Nur Phrase Match und Exact Match einsetzen. Broad Match bringt zu viele irrelevante Anfragen mit sich und braucht eine sehr gute Datenbasis, um sinnvoll zu funktionieren – die im B2B selten gegeben ist. Den sogenannten Suchwortbericht im Google Ads Konto regelmäßig prüfen: Er zeigt, bei welchen tatsächlichen Suchanfragen die eigenen Anzeigen ausgespielt wurden.
Landingpage
Die Landingpage – auch Landeseite – ist die Seite, auf die ein Nutzer nach dem Klick auf eine Anzeige weitergeleitet wird. Sie ist der direkte Anknüpfungspunkt zwischen Anzeige und dem eigentlichen Angebot.
Die Qualität der Landingpage fließt in den Qualitätsfaktor ein.
Micro-Conversions
Micro-Conversions sind kleinere Signale entlang des Nutzerpfades, die als Conversion-Ereignisse erfasst und an Google zurückgemeldet werden. Beispiele: Der Nutzer war 30 Sekunden auf der Seite, hat 50 Prozent nach unten gescrollt oder eine bestimmte Unterseite aufgerufen.
Warum das relevant ist: Wer weniger als etwa 20 harte Conversions pro Monat – also zum Beispiel Kontaktanfragen – erzielt, gibt dem Google-Algorithmus zu wenig Material. Er kann nicht lernen, wer ein wertvoller Nutzer ist, weil die Datenpunkte fehlen.
Micro-Conversions lösen dieses Problem. Sie streuen Signale entlang des Nutzerpfades. Ein Besucher, der drei Minuten auf der Seite verbringt und mehrere Unterseiten aufruft, ist wertvoller als jemand, der nach fünf Sekunden abspringt – auch wenn keiner von beiden das Kontaktformular ausgefüllt hat.
In Kombination mit der Gebotsstrategie „Conversion-Wert maximieren“ lassen sich Micro-Conversions gewichtet zurückmelden. Beispielsweise: 30-Prozent-Scroll = 5 Punkte, eine Minute auf der Seite = 5 Punkte, Kontaktformular = 40 Punkte. Google optimiert auf alle diese Ereignisse, priorisiert dabei aber nach der zugewiesenen Punktzahl.
Wichtig: Micro-Conversions funktionieren ausschließlich mit „Conversion-Wert maximieren“. Bei Target CPA und „Conversions maximieren“ gibt es keine Wertunterscheidung – Micro-Conversions wären dort wirkungslos.
Und: Micro-Conversions sollten nachweislich in die richtige Richtung zeigen. Wer Ereignisse erfasst, ohne zu prüfen, ob sie tatsächlich mit hochwertigen Leads korrelieren, trainiert den Algorithmus möglicherweise in die falsche Richtung.
Negative Keywords
Negative Keywords funktionieren wie normale Keywords – mit umgekehrter Wirkung. Sie legen fest, bei welchen Suchanfragen eine Anzeige explizit nicht ausgespielt werden soll.
Ein Beispiel: Ein Schädlingsbekämpfer schaltet Anzeigen für seinen Service. Ein Wettbewerber heißt „Schädlingsbekämpfung Müller“. Mit dem negativen Keyword „Müller“ wird sichergestellt, dass die eigene Anzeige nicht erscheint, wenn jemand gezielt nach dem Konkurrenten sucht.
Negative Keywords sind ein präzises Steuerungsinstrument. Sie verfeinern die positive Keyword-Abdeckung und sorgen dafür, dass das Budget nur dort eingesetzt wird, wo es sinnvoll ist.
Optimierungsfaktor
Der Optimierungsfaktor ist eine Prozentzahl im Google Ads Account unter dem Reiter „Empfehlungen“. Der Name legt nahe, dass er misst, wie gut ein Account optimiert ist.
Das tut er nicht.
Er zeigt, wie viele der von Google vorgeschlagenen Empfehlungen bearbeitet wurden – angenommen oder abgelehnt. Die Zahl steigt in beiden Fällen. Ein Account mit einem hohen Optimierungsfaktor ist nicht notwendigerweise besser als einer mit einem niedrigen.
Der Optimierungsfaktor misst Aktivität. Nicht Qualität. Er sagt nichts darüber aus, ob Kampagnen performen.
Man kann ihn vollständig ignorieren.
Performance Max
Performance Max ist eine eigene Kampagnenart von Google – stark automatisiert und grundlegend anders als klassische Suchkampagnen. Statt Keywords bucht man sogenannte Assets: Überschriften, Bilder, Videos, Texte. Dazu gibt man Zielgruppensignale an – Hinweise darauf, wer die relevante Zielgruppe ist.
Google übernimmt von da an die gesamte Steuerung. Die Anzeigen werden auf allen Google-Kanälen ausgespielt: in der Suche, auf anderen Webseiten im sogenannten Google Display Netzwerk, auf YouTube, in Gmail und auf Google Maps.
Performance Max kann sehr gut funktionieren. Oder gar nicht.
Wenn es nicht funktioniert, liegt das in fast allen Fällen nicht an den Anzeigentexten oder Bildern. Der entscheidende Hebel ist Conversion Tracking. Etwa 80 Prozent des Erfolgs hängen davon ab, dass Google klar und sauber zurückgemeldet bekommt, was ein guter und was ein schlechter Lead ist. Die restlichen 20 Prozent entfallen auf Creatives, Anzeigentexte und Zielgruppensignale.
Bei Performance Max ist Conversion Tracking noch zentraler als bei anderen Kampagnentypen – es ist der primäre Steuerungsmechanismus.
Qualitätsfaktor
Der Qualitätsfaktor ist ein diagnostischer Marker im Google Ads Account. Er bewertet auf einer Skala von 1 bis 10, wie gut ein Keyword im Zusammenhang mit seinen Anzeigentexten und der Landingpage performt. Er setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Keyword-Relevanz, Anzeigentexte und Landingpage-Qualität.
Sein Zweck ist die Diagnose: Liegt es am Keyword? An den Anzeigentexten? An der Seite, auf die Nutzer nach dem Klick gelangen?
Was der Qualitätsfaktor nicht ist: ein direkter Auktionsfaktor. Vor zehn bis fünfzehn Jahren floss er direkt in die Auktion ein – wer einen höheren Qualitätsfaktor hatte, zahlte weniger. Das hat sich geändert. Heute ist er ein rein diagnostisches Instrument. Indirekte Auswirkungen auf die Auktion sind nicht ausgeschlossen, aber es gibt keinen direkten Zusammenhang mehr.
Orientierungswerte in der Praxis:
- 8 oder höher: Sehr gut – unter normalen Bedingungen kaum erreichbar, außer bei Branded Keywords.
- 3 bis 8: Akzeptabel – kein Handlungsbedarf.
- 1 bis 2: Alarmsignal – hier läuft etwas strukturell schief. Nachschauen.
Einen hohen Qualitätsfaktor um seiner selbst willen zu jagen ergibt keinen Sinn.
Quality Factor at Auction Time
Der Quality Factor at Auction Time – auf Deutsch: Qualitätsfaktor zum Auktionszeitpunkt – ist nicht zu verwechseln mit dem sichtbaren Qualitätsfaktor im Account. Er wird nicht dauerhaft gespeichert und ist nirgendwo im Account einsehbar. Er wird in Echtzeit berechnet – bei jeder einzelnen Suche, für jeden einzelnen Nutzer.
Was ist eine Auktion?
Bei Google findet bei jeder Suche eine Auktion statt – zwischen dem Moment, in dem ein Nutzer Enter drückt, und dem Aufbau der Suchergebnisseite. In Millisekunden bewertet Google: Welche Werbetreibenden haben relevante Keywords? Wer von denen hat Budget? Welche Gebote liegen vor?
Das entscheidende Ergebnis ist der sogenannte Anzeigenrang:
Gebot × Quality Factor at Auction Time = Anzeigenrang
Wer oben erscheint, wer unten – das hängt nicht nur vom Gebot ab. Ein Werbetreibender mit einem niedrigeren Gebot, aber einem deutlich besseren Quality Factor at Auction Time, kann einen Konkurrenten mit höherem Gebot überbieten.
Der Quality Factor at Auction Time bewertet in Echtzeit, wie gut die gesamte Kette passt: das Keyword, die Anzeige, die Landingpage und das Angebot – für diesen spezifischen Nutzer, in diesem spezifischen Moment, auf Basis aller Signale, die Google über ihn hat.
Remarketing
Remarketing bedeutet: Anzeigen werden gezielt an Menschen ausgespielt, die bereits auf der eigenen Webseite waren. Diese Anzeigen erscheinen nicht in der Google-Suche, sondern auf anderen Webseiten, die der Nutzer danach besucht – im sogenannten Google Display Netzwerk und auf YouTube.
Die Grundlogik: Man spricht Menschen an, die einen bereits kennen. Die erste Hürde – Aufmerksamkeit gewinnen – ist bereits überwunden.
Im Onlineshopping ist Remarketing zentral und seit Jahren etabliert. Wer sich ein Produkt angesehen hat, ohne es zu kaufen, wird in den nächsten Tagen auf anderen Seiten genau daran erinnert.
Im B2B-Bereich ist der Einsatz selektiver sinnvoll. Remarketing funktioniert dort gut, wenn man konkrete Inhalte, Downloads oder Angebote hat, die dem Besucher einen echten Grund zur Rückkehr geben. Ohne diesen Anker ist der Effekt begrenzt.
Der Branding-Effekt ist in jedem Fall vorhanden. Wer immer wieder auf anderen Webseiten auftaucht, baut Bekanntheit und Wiedererkennbarkeit auf – auch wenn niemand klickt.
Suchwort
Das Suchwort ist das, was ein Nutzer tatsächlich bei Google eingibt. Es ist nicht dasselbe wie ein Keyword.
Das Keyword ist die eigene Buchungsentscheidung im Google Ads Account. Das Suchwort ist die echte Suchanfrage des Nutzers. Beide können sich stark voneinander unterscheiden – je nach Keyword-Typ und der Interpretationslogik von Google.
Suchwörter können sehr verschiedene Formen haben: einzelne Begriffe, kurze Phrasen oder vollständige Sätze. Der Trend geht eindeutig in Richtung vollständiger Sätze. KI-gestützte Suche verändert das Suchverhalten – Menschen formulieren zunehmend direkte Fragen statt kurzer Stichworte.
Die Unterscheidung zwischen Suchwort und Keyword ist wichtig, um zu verstehen, warum Anzeigen manchmal für Anfragen ausgespielt werden, die man nicht erwartet hätte.