Google Ads für Baugruppenmontage-Fertiger: Marktanalyse 2026

Zusammenfassung

  • Kernaussage: Der Markt sieht besetzt aus, ist es aber kaum. Wer mit Desktop-Fokus, dem Keyword „Lohnfertigung Maschinenbau“ und einer strukturierten Seite nach dem Klick einsteigt, hat strukturelle Vorteile gegenüber nahezu dem gesamten aktiven Wettbewerbsfeld.
  • Marktbild: 25 Werbetreibende im Datensatz — ein erheblicher Teil davon ohne inhaltlichen Bezug zur mechanischen Baugruppenmontage (Rückbau, Jobportal, Fulfillment). Faktisch relevante Konkurrenten: 5 bis 6 Anbieter. Kinkele führt mit klarem Abstand, kontrolliert den Markt aber nicht.
  • Kostenkorridor: Klickpreise zwischen 9 und 11 Euro. Bei einer realistischen Klick-zu-Anfrage-Rate von 3–5 Prozent: 180 bis 370 Euro pro qualifizierter Anfrage — reines Werbebudget, ohne Agenturkosten.
  • Marktstruktur: Ausschließlich klassische Mittelständler — keine Plattformen, die den Markt kontrollieren. Fast alle Werbetreibenden sind auch stark auf Mobilgeräten sichtbar. Der Nutzen davon ist im B2B zumindest fraglich. Nur 3 Anbieter schalten Anzeigen ausschließlich in Bürozeiten.
  • Anzeigenbild: Weitgehend austauschbar. Das Muster nahezu aller Anbieter: Dienstleistungsbezeichnung + „alles aus einer Hand“ + Erfahrungs-Claim. Konkrete Angaben zu Branche, Losgröße oder Lieferzeit fehlen fast komplett.
  • Zielseiten (Landingpages): Sehr niedriges Niveau. Der Sichtbarkeitsführer Kinkele.de kommt mit einer Überschrift, einem Satz und 6 Fotos „durch“. Fehlende Optimierung deutet auf kaum vorhandenen Konkurrenzdruck in dieser Nische hin.

Datenbasis dieses Reports

Die Daten stammen aus meinem eigenen Analysewerkzeug: Ein Tool, das regelmäßig Suchanfragen bei Google stellt und für jeden Zeitpunkt festhält, wer wirbt, an welcher Position und mit welchen Anzeigentexten.

Beobachtungszeitraum: 13. Februar 2026 bis 5. März 2026. Standort: Deutschland als Suchort, inkl. aller deutschlandweiten Anbieter, die in diesem Gebiet ausgespielt werden. Geräte: Desktop und Mobile. Datenmenge: 2.411 ausgewertete Stichproben.

Das ist ein sehr gutes Abbild der Realität, aber keine offiziellen „Google-Zahlen“ (Die gibt es nicht). Es geht um Muster und Größenordnungen, nicht um Nachkommastellen.

Markt auf einen Blick

Top 10 Werbetreibende bei Google Ads für Baugruppenmontage

Das Balkendiagramm zeigt die zehn im Datensatz sichtbarsten Anbieter. Wer häufiger bei oft gesuchten Begriffen erscheint, gilt als sichtbarer.

Kinkele führt mit 25 Punkten. Platz 2 liegt bei 16 Punkten. Ein merklicher Abstand, aber kein unkontrollierbares Feld. Danach fällt die Sichtbarkeit gleichmäßig ab. Die vier relevantesten Anbieter: Kinkele (25), productware (16), lm-therm (15), ruwmaschinenbau (15). Sie prägen das Marktbild. Dahinter folgen Firmen, die präsent sind, aber nicht prägend. Alle anderen Firmen tuachen ab und an mal auf, sind nicht wirklich für Suchende präsent.

Relevante Keywords für Google Anzeigen zum Thema Baugruppenmontage

Drei Keywords bilden das Cluster, auf dem sich der Werbemarkt für Baugruppenmontage aufbaut:

KeywordSuchvolumen / MonatKlickpreis (CPC €/Klick)
Baugruppenmontage4809 €
Lohnfertigung Maschinenbau26010 €
Baugruppenmontage Maschinenbau7011 €

Zusammen: 810 Suchen pro Monat. Das ist ein solides B2B-Volumen. Kein Massenmarkt, aber genug um eine lohnende Kampagne zur Leadgewinnung darum aufzubauen.

Die Kosten pro Klick (CPC) — also das, was ein Werbetreibender an Google zahlt, wenn jemand auf seine Anzeige klickt — liegen zwischen 9 und 11 Euro. Das ist eindeutig B2B-Niveau und noch im üblichen Bereich für Märkte in denen Geld verdient wird.

Keyword-Charakter im Detail:

„Baugruppenmontage“ ist das volumenstärkste Keyword mit 480 Suchen pro Monat. Aber auch das unschärfste. Dieser Begriff verein unterschiedlichste Dienstleistungen untereinander. – Mechanischer Baugruppenmontage (ggf. inkl. CNC Dienstleistungen) – Elektromechanische Baugruppen inkl. Verkabelung – EMS-Services + elektronische Fertigung (Platinen, Bestückung), All das heißt „Baugruppenmontage“. Das ist keine Fehlfunktion von Google, sondern eine Eigenschaft des Begriffs. Wer hier wirbt und mechanische Baugruppen anbietet, zahlt zwingend für Klicks von Suchenden, die etwas völlig anderes suchen und umgekehrt. Das ist eine inhärente Eigenschaft des Begriffs und lässt sich nicht vollständig ausschließen. Umso wichtiger ist, in den Anzeigentexten absolut klar zu benennen, was angeboten wird.

„Baugruppenmontage Maschinenbau“ ist mit 70 Suchen pro Monat das kleinste, aber schärfste Keyword im Cluster. Der höchste Preis (11 Euro pro Klick) bestätigt: Wer das sucht, hat eine konkrete Absicht. Wenig Volumen, aber beste Trefferquote.

„Lohnfertigung Maschinenbau“ liegt mit 260 Suchen zwischen beiden. Das Keyword ist breiter als der Name vermuten lässt, enthält aber nicht den EMS Bereich.

Top 10 Werbetreibende im Detail

DomainSichtbarkeitZeitfensterMedianpositionDevice-Verteilung
kinkele.de25🕒3,022%
productware.de16⚖️1,030%
lm-therm.de15🕒2,045%
ruwmaschinenbau.de15⚖️5,04%
pema-verbindet.de14🕒2,097%
rtg.de12⚖️3,012%
framotec.de11⚖️5,02%
part.solutions11⚖️4,024%
schneiderworx.de9⚖️2,019%
bvs-blechtechnik.de8⚖️3,012%
ledtronix.de7⚖️3,09%
lufapak.de6⚖️3,04%
c-tech.berlin6🌙5,07%
ddm-industriedienstleistungen.de6🚫4,053%
maxmechanik.eu6🚫3,08%
de.indeed.com6⚖️5,0100%
lohnfertigung.hydac.com5🚫5,00%
grammlich-industriemontage.de5🕒4,087%
sematec.at5⚖️3,00%
internorm.de4🚫4,58%
hosokawamicron.de3🚫5,00%
tk-maschinenbau.de3🚫5,0100%
zebatech.ch3🚫4,010%
facturee.de3🚫5,0100%
assemblean.com3🚫4,0100%

Sichtbarkeit: Zeigt, wie präsent ein Anbieter bei den beobachteten Google-Ads-Suchen ist. Häufig gesuchte Keywords zählen stärker als selten gesuchte Keywords.

Zeitfenster: Gibt an, ob der Werbetreibende rund um die Uhr ⚖️, zu typischen Bürozeiten 🕒 oder nachts 🌙 Werbung schaltet. 🚫 bedeutet, dass nicht ausreichend Daten vorliegen, um das Zeitfenster zu bewerten.

Medianposition: Ist ein Maß, wie weit oben auf der Google Ergebnisseite, die Anzeigen im Median zu sehen waren. Rang 1 ist ganz oben, Rang 8 ganz unten auf der Suchergebnisseite.

Device-Verteilung: Zeigt das Verhältnis von gefundenen Anzeigen des Werbetreibenden auf Desktop und Mobile-Geräten an. Angezeigt wird der Desktop-Anteil; der Rest entfällt auf Mobile.

kinkele.de — Kinkele GmbH & Co. KG, rund 350 Mitarbeiter

Kinkele ist seit 1885 aktiv: Spezialmaschinenbau, Schweißen, Zerspanen, Lackieren, Montage, international tätig. Im Markt für Baugruppenmontage führt Kinkele das Feld mit 25 Punkten Sichtbarkeit an. Mit deutlichem Vorsprung vor Platz 2.

Was die Daten zeigen: Kinkele schaltet bevorzugt zu Bürozeiten und erscheint typischerweise auf Position 3 der bezahlten Anzeigen. Also ganz oben auf der Seite, aber als letzter im oberen Block. Im Datensatz erscheint Kinkele zu 78 Prozent auf Mobile. Für ein B2B-Unternehmen dieser Art, wo technische Entscheider und Einkäufer typischerweise am Rechner recherchieren, ist das auffällig.

Die Landingpage, die Seite, auf die Nutzer nach dem Klick auf die Anzeige gelangen? Minimalst. Ein Foto, wenige Sätze, noch 5 Fotos. Fertig. Für ein 350-Mann-Unternehmen mit dieser Marktstellung ist das überraschend. Das Kinkele mit diesem Setup überhaupt an der Spitze der Google Ads Ergebnisse steht ist entweder Folge von großem Werbebudget und schlicht mangelnder Konkurrenz.

productware.de — productware GmbH, rund 70 Mitarbeiter

Productware ist ein Spezialist für elektronische Baugruppen. Prototypenbau bis Serienfertigung, Test und Logistik. Das ist wichtig zu verstehen: Wer hier klickt und mechanische Baugruppen sucht, findet Platinen-Fertigung. Beides heißt „Baugruppenmontage“, meint aber etwas völlig anderes.

Productware hat das beste Rang-Profil aller Anbieter: typischerweise als erste bezahlte Anzeige sichtbar. Die Sichtbarkeit liegt bei 16 Punkten klarer zweiter Platz im Feld. Auch, weil die Keywordauswahl sehr eng auf „Baugruppenmontage“ gesetzt ist. Genau richtig für einen EMS Anbieter, der mit „Baugruppenmontage Maschinenbau“ relativ wenig anfangen kann. Die geringere Sichtbarkeit in dieser Auswertung ist also Folge der Keywordauswahl dieses Reports. Trotzdem ist in der Ausspielungsstrategie bei Zeiten und Geräten noch Luft nach oben.

lm-therm.de — Lm-therm Elektrotechnik AG, 20 bis 49 Mitarbeiter

Lm-therm fertigt Klimatisierungssysteme für Schaltschränke und bietet elektrische und elektromechanische Baugruppen an. Im Datensatz zeigt lm-therm mit 45 Prozent Desktop-Anteil das zweitbeste Geräteprofil aller Anbieter. Typischerweise auf Position 2 sichtbar. Also oben auf der Seite. Bürozeiten.

Auf dem schärfsten Keyword des Clusters („Baugruppenmontage Maschinenbau“) taucht lm-therm in 27 Prozent der Messungen auf. Auf „Lohnfertigung Maschinenbau“ erscheint lm-therm dagegen gar nicht. Die Seite nach dem Klick nennt „Branchenunabhängige Baugruppenmontage“ und „Verlängerte Werkbank“ als Claims. Strukturell die erste halbwegs korrekt aufgebaute Seite im Marktfeld, aber auch noch weit hinter dem machbaren Niveau.

ruwmaschinenbau.de — R & W Maschinenbau GmbH, 20 bis 49 Mitarbeiter

RUW Maschinenbau bietet 40 Jahre Erfahrung in CNC-Fräsen, Drehen, Schleifen, Erodieren, Baugruppenmontage und Werkzeugbau. Das Unternehmen sitzt in der Schweiz und wirbt in Deutschland. Die Überschrift auf der Landingpage nach dem Klick spricht von „Ihr Fertigungspartner für die Schweiz“. Bei einer Targetierung auf den deutschen Markt eine Miskonfiguration, obowhl eine eigene Unterseite für „Baugruppenmontage“ vorhanden ist.

Im Datensatz erscheint RUW zu 96 Prozent auf Mobile. Typischerweise auf Position 5. Nach den organischen Suchergebnissen, wo kaum jemand noch hinschaut. Die Stärke liegt auf „Lohnfertigung Maschinenbau“. Dort in 27 Prozent der Messungen vertreten, aber auf den Baugruppen-spezifischen Keywords ist RUW kaum präsent. Damit ist RUW der einzige aktive Spieler auf dem strategisch interessantesten Keyword des Clusters. Leider mit einem Setup, das im Datensatz strukturell die schlechtmöglichste Sichtbarkeit erzeugt.

pema-verbindet.de — pema elektrotechnik GmbH, 14 Mitarbeiter

Pema ist auf Kabelkonfektionierung und maßgeschneiderte Kabelverbindungen für die Industrie spezialisiert. Im Datensatz erscheint pema zu 97 Prozent auf Desktop und zu Bürozeiten. So soll es sein im B2B. Ein starker Hinweis auf gezieltes Geräte- & Werbezeit-Targeting. Damit ist pema der einzige Anbieter im Feld, der konsequent die Entscheider targetiert, die am Rechner recherchieren.

Die Seite nach dem Klick ist strukturell die stärkste im Marktfeld: Headline auf den Suchbegriff abgestimmt, klarer Aufbau. Trotzdem bleibt sie weit hinter dem, was technisch und inhaltlich möglich wäre. Für die Konkurrenzsituation am Markt reicht es aber und positioniert pema an der Spitze des Feldes in der Landingpageauswertung.

rtg.de — rtg electronics GmbH, 50 bis 99 Mitarbeiter

RTG Electronics ist ein EMS-Dienstleister, also ein Spezialist für Leiterplattenbestückung und Elektronik-Baugruppen. Wie productware: inhaltlich verwandt mit dem Keyword, aber kein Anbieter für mechanische Baugruppen. Im Datensatz 12 Prozent Desktop-Anteil, gemischte Schaltzeiten, typischerweise Position 3.

framotec.de — Framotec Projektmanagement GmbH

Framotec plant und koordiniert Industriemontagen weltweit. Automotive, Fördertechnik, Sondermaschinenbau. Das ist ein anderes Geschäftsmodell als Baugruppenfertigung: Framotec baut keine Baugruppen, sondern koordiniert den Aufbau von Großanlagen. Bei „Baugruppenmontage Maschinenbau“ in sagenhaften 22 Prozent der Messungen vertreten, obwohl der Anbieter für die dort Suchenden inhaltlich nicht passt. Klare Fehltargetierung der Werbung. Hier wird Geld verbrannt. Framotec sollte hier gar nicht im Datensatz auftauchen. Gutes Beispiel für das was passiert, wenn Google Ads Kampagnen nicht eng geführt werden. Google sagt: „Baugruppenmontage? Jaja, das klingt ähnlich wie Baugruppenmontage. Ich spiele mal aus. Danke für dein Geld :)“

part.solutions — part.solutions GmbH, Herisau, Schweiz

Part.solutions koordiniert globale Lohnfertigung mit Schweizer Qualitätskontrolle: CNC-Fräsen, Serien. Kein eigener Maschinenpark, aber der Anbieter agiert als Koordinator und Mittler. Als einziger neben RUW auf allen drei Keywords aktiv, aber nirgends dominant.

schneiderworx.de — Schneider Worx Handwerksgruppe, rund 40 Mitarbeiter

Schneider Worx ist ein Generalunternehmer für Bau, Sanierung, Instandhaltung und Facility-Management. Die nächste Fehltargetierung im Werbefeld. Der inhaltliche Bezug zu Maschinenbau-Baugruppen ist nicht erkennbar. Wahrscheinlich ein Fall von zu lockeren Keyword-Optionen im Kampagnensetup. Trotzdem auf Position 2 sichtbar in einem Teil der Messungen.

Wenn selbst eine komplett fehltargetierte Werbung mit für den Suchenden irrelevanter Dienstleistung Spitzenplätze in den Google Ads einnimmt, spricht das Bände darüber, wie niedrig das kompetitive Niveau der Nische ist und wie wenig es braucht, um im aktuellen Marktumfeld gut sichtbar zu sein.

bvs-blechtechnik.de — BVS Blechtechnik GmbH, rund 170 Mitarbeiter

BVS fertigt Blechteile durch Stanzen, Lasern, Abkanten. Baugruppenmontage als Zusatzleistung. Inhaltlich näher am Thema als manch anderer im Feld, aber kein Baugruppenmonteur im Kerngeschäft. Auf „Baugruppenmontage Maschinenbau“ in 7 Prozent der Messungen präsent.

Lücken im Markt und Konkurrenz der Top 10 Werbetreibenden

Das Diagramm oberhalb zeigt, wie oft jeder der Top-10-Anbieter auf den einzelnen Keywords in den Messungen aufgetaucht ist. Eine hohe Zahl bedeutet: dieser Anbieter war bei diesem Suchbegriff oft sichtbar.

Was das Diagramm sofort zeigt:

Productware und pema-verbindet werben ausschließlich auf „Baugruppenmontage“. Kein Erscheinen auf den anderen Keywords. 330 der 810 monatlichen Suchen im Cluster sind für diese Anbieter unsichtbar. Strukturell selbst gewählt, aber eine Lücke für andere.

Die direkten Konkurrenten auf „Baugruppenmontage Maschinenbau“ sind Kinkele (41 %), lm-therm (27 %) und framotec (22 %). Das ist das kompetitivste Keyword im Cluster und gleichzeitig das mit der höchsten inhaltlichen Präzision. Wer dort erscheint und eine passende Seite dahinter hat, erreicht die qualifiziertesten Suchenden.

Die Lücke auf „Lohnfertigung Maschinenbau“ ist die offensichtlichste strukturelle Chance im gesamten Cluster. 260 Suchen pro Monat, 10 Euro pro Klick, 8 von 10 Top-Anbietern nicht präsent und der einzige aktive Spieler dort hat ein Setup, das strukturell kaum Wirkung entfaltet. Wer auf diesem Keyword mit einer Desktop-fokussierten Kampagne antritt, hat faktisch keine ernsthafte Gegenwehr.

Sonstige Auffälligkeiten in diesem Markt

EMS als strukturelles Merkmal des Keywords:

„Baugruppenmontage“ beschreibt als Begriff zwei völlig verschiedene Branchen gleichzeitig: mechanische Baugruppenmontage (Maschinenbau, CNC, Schweißen, Montage) und EMS — Electronic Manufacturing Services (Leiterplattenbestückung, Platinenfertigung, SMD- und THT-Bestückung). Beide Bereiche heißen „Baugruppenmontage“. Das ist kein Fehler von Google, sondern eine Eigenschaft des deutschen Fachbegriffs.

Im Datensatz tauchen entsprechend mehrere EMS-Anbieter auf: productware, RTG electronics, lm-therm und weitere. Das sind keine Fehlpositionierer aus EMS-Sicht. Sie kommen zu Recht auf dieses Keyword. Wer mechanische Baugruppen anbietet, zahlt zwingend für Klicks von EMS-Suchenden und umgekehrt. Das ist eine inhärente Eigenschaft des Begriffs. Eindeutige Anzeigentexte, die klar benennen, was angeboten wird, reduzieren diese Klicks.

Anbieter, die inhaltlich nichts mit dem Thema zu tun haben:

Neben den EMS-Anbietern, die thematisch verwandt sind, gibt es im Datensatz Werbetreibende, die inhaltlich keinen erkennbaren Bezug zu Baugruppenmontage als Fertigungsdienstleistung haben:

Wer im Google Account mit Keyword-Optionen wie „weitgehend passend“ arbeitet läuft oft genau in dieses Problem. Diese Option erlaubt es Google, die Suchanzeigen auch für im weitesten Sinn verwandte, aber im B2B oft irrelevante Suchworte auszuspielen.

  • Ein Rückbau-Unternehmen (Industriedemontage, nicht Produktion)
  • Ein Jobportal (sucht Montagemitarbeiter, keine Fertigungspartner)
  • Ein eCommerce-Fulfillment-Dienstleister — kein Maschinenbau-Bezug
  • Eine Handwerksgruppe für Bau und Sanierung
  • Ein Anbieter für Anlagen-Großmontagen

Fazit: Wie stark ist die Konkurrenz wirklich?

Der Markt sieht auf den ersten Blick gut besetzt aus. Der zweite Blick zeigt ein anderes Bild.

Keyword Feld: Das Thema Baugruppenmontage vereint mehrere Teilbereiche unter sich. Von CNC Bearbeitung bis zur Platinenbestückung. Für Werbetreibende, die nicht alle Bereiche abdecken können (im Testfeld also alle) bedeutet das: Du zahlst zwangsläufig für Klicks, die nicht für dich relevant sind. Über klare Anzeigentexte lässt sich diese strukturelle Ineffizienz minimieren aber nie ganz ausschließen. Das ist aber ein struktureller Effekt der alle Werbetreibenden trifft und ist auch für Google Ads nicht ungewöhnlich. Ist also in den Klickkosten eingepreist und daher nicht weiter tragisch. Einfach nur gut zu wissen.

Sichtbarkeits-Muster: Kein Anbieter dominiert den Markt. Völlig fachfremde Anbieter sichern sich (für sie komplett nutzlose) Sichtbarkeit im Anzeigenfeld. Offener wird der Markt nicht mehr. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Wer die drei Haupt-Keywords systematisch bespielt, landet sofort im oberen Drittel des Feldes, ohne dass ein einzelner Anbieter dieses Ergebnis verhindern könnte.

Landingpage-Muster: Die Landingpages quer durch das Werbefeld sind im Kraut und Rüben. Von durchoptimierten Zielseiten, klaren Tests zur Optimierung oder gar Konfiguratoren ist der Markt meilenweit entfernt. Der Sichtbarkeitsführer Kinkele kommt damit durch, mit einer Überschrift, einem Satz und fünf Fotos Kunden zu gewinnen. Und ganz ehrlich: Gratulation. Effizienz ist (fast) alles 🙂 Aber: Für Neueinsteiger oder Konkurrenz gilt: Das ist das Niveau, das es zu schlagen gilt.

Gerätewahl der Werbetreibenden: In einem B2B-Markt, in dem Entscheider und Einkäufer typischerweise am Rechner recherchieren, schalten die meisten Anbieter ohne gezielte Gerätekonfiguration und verbrennen ihr Budget dort wo tendenziell weniger wertige Nutzer unterwegs sind. Im Datensatz: Kinkele zu 78 Prozent auf Mobile, Framotec zu 98 Prozent, RUW zu 96 Prozent. Nur pema (97 Prozent Desktop) und lm-therm (45 Prozent Desktop) deuten auf gezielte Gerätesteuerung hin. Wer auf Desktop einschränkt, hebt sich von nahezu dem gesamten Wettbewerbsfeld ab ohne Mehrkosten. Nur durch drei Klicks im Google Ads Account.

Schaltzeiten der Werbung: Drei Anbieter schalten gezielt zu Bürozeiten (Kinkele, lm-therm, pema). Der Rest läuft ohne erkennbare Zeitsteuerung. Also auch nachts und am Wochenende, genau dann wenn B2B-Entscheider nicht recherchieren. Das ist in der Regel keine strategische Entscheidung, sondern schlicht ungeprüfte Standard-Einstellung des Google Accounts.

Plattformen vs. Mittelständler: Keine relevante Plattform dominiert den Markt. Aggregatoren tauchen im Datensatz auf, aber mit so wenig Sichtbarkeit, dass sie keine Rolle spielen. Das Feld gehört klassischen Mittelständlern. Kein struktureller Budget-Nachteil für einen neuen Spieler.

Der faktische Wettbewerb schrumpft auf eine Handvoll Mittelständler — die meisten davon mit Kampagnen-Setup-Problemen, die durch einfache Konfigurationsänderungen behebbar wären. Das ist der tatsächliche Gegner.

Wie wird geworben? (Anzeigeninhalte & Botschaften)

Diese Auswertung basiert auf 2.811 gemessenen Anzeigen-Überschriften und 8.325 Anzeigen-Beschreibungstexten aus dem Beobachtungszeitraum. So entsteht ein Bild davon, welche Botschaften der Markt sendet und welche Räume leer stehen.

Dominante Botschaften am Markt

Die Dienstleistung. Was am häufigsten gezeigt wird:

Fast jede Anzeige beginnt mit einer direkten Bezeichnung der Dienstleistung. Die häufigsten Überschriften:

  • „Baugruppenmontage“ (201 Messungen, 7,1 Prozent aller Überschriften)
  • „Baugruppenfertigung“ (190, 6,7 Prozent)
  • „Baugruppen Maschinen“ (179, 6,3 Prozent)
  • „Baugruppenmontage Maschinenbau“ (171, 6,1 Prozent)
  • „Hersteller Baugruppenmontage“ (104, 3,7 Prozent)
  • „Auftrags- und Lohnfertiger“ (100, 3,5 Prozent)
  • „Mechanische Montage“ (99, 3,5 Prozent)

Das macht inhaltlich Sinn: Wer nach „Baugruppenmontage“ sucht, muss das Wort in der Anzeige sehen, sonst klickt er nicht. Alles korrekt.

Die Folge: alle Anbieter tun genau das. In den ersten drei Anzeigen-Überschriften unterscheidet sich nahezu kein Anbieter vom anderen. Für den Suchenden sehen vier Ergebnisse hintereinander aus wie ein einziger Anbieter in vier Versionen. Hier bleibt kein Platz für Differenzierung.

Service-Formeln in den Beschreibungstexten:

Die Beschreibungstexte fügen eine zweite Ebene hinzu:

  • „Baugruppen für den Maschinenbau gesucht?“ (200 Messungen)
  • „Wir stellen Anlagen für den Maschinenbau her.“ (199)
  • „Komplettservice aus einer Hand“ (52)
  • „Alles aus einer Hand“ (30)
  • „Von Montage bis Inbetriebnahme“ (55)
  • „Ihre verlängerte Werkbank für mehr Produktionskapazität.“ (38)
  • „Rundum Projektbetreuung.“ (50)

Die Botschaft dahinter ist in fast jedem Fall dieselbe: „Du musst dich um nichts kümmern, wir machen alles.“ Sozusagen schnell und einfach. Das wollen wir alle. Differenzierung entsteht dadurch nicht. Wenn alle dasselbe sagen, sagt es am Ende keiner.

Vertrauen und Erfahrung:

Kinkele allein prägt durch seine hohe Sichtbarkeit einen großen Teil der Beschreibungstexte im Markt:

  • „Seit 1885.“ (152 Messungen, 1,8 Prozent)
  • „Hochwertige Produkte.“ (152, 1,8 Prozent)
  • „Bei KINKELE sind Sie richtig.“ (142, 1,7 Prozent)
  • „International tätig.“ (140, 1,7 Prozent)
  • „Fristgerechte Lieferung.“ (128, 1,5 Prozent)

Weitere Erfahrungs-Claims im Markt: „Qualität, Präzision und Erfahrung seit 1974“, „40 Jahre Erfahrung“, „Über 30 Jahre Erfahrung“.

Das strukturelle Problem, wenn wir nur auf Erfahrung gehen: Kinkele ist seit 1885 am Markt. Das kann niemand überbieten. Wer versucht, das mit einem ähnlichen Erfahrungs-Claim zu beantworten, verliert diesen Vergleich automatisch. Die Antwort auf „Seit 1885“ ist nicht „Seit 1974“. Die Antwort ist etwas komplett anderes. Erfahrung in spezifischen Branchen oder Prozessen, Anzahl abgewickelter Projekte, internationale Erfahrung, Auszeichnungen.

Die erste Anzeige, die irgendetwas Konkretes sagt, eine Branche, eine Losgröße, ein Verfahren, eine Lieferzeit, fällt sofort aus dem Einheitsbrei heraus. Das kostet keine Kreativität. Es reicht, etwas zu sagen, das kein anderer sagt.

Unterrepräsentierte Botschaften am Markt

Spezialisierung:

Konkrete Angaben zu Losgrößen, Branchen oder Projektsituationen sind selten:

  • „Klein- bis Großserien“ (24 Messungen, 0,8 Prozent)
  • „Teilmontage & Vollfertigung“ (27, 1,0 Prozent)
  • „Ideal für kleinere Stückzahlen, die bei großen Fertigern oft keine Priorität haben.“ (80, 1,0 Prozent)
  • „Vom Muster bis zur Serie – wir kümmern uns um Ihr Projekt, nicht nur um Volumen.“ (80, 1,0 Prozent)
  • „Montage zu Baugruppen für Branchen wie Vakuumtechnik, Laborgerätebau, Analytik, usw.“ (45, 0,5 Prozent)

Diese Texte tauchen auf, aber selten, und die Formulierungen bleiben oft zu allgemein. „Muster bis Serie“ ist eine Positionierung. „Kleinserien ab Losgröße 10“ wäre eine Ansage. Kein Anbieter macht das systematisch.

Lieferzeiten:

  • „Montage ohne Wartezeit“ (24 Messungen)
  • „Kurze Bearbeitungszeiten.“ (52)
  • „100 % geprüfte Baugruppen, kurze Lieferzeiten & flexible Fertigung.“ (22)

Lieferzeiten tauchen am Rande auf, aber keine Anzeige nennt eine konkrete Zeitangabe oder baut den Haupt-Claim darauf auf. Vielleicht sind Lieferzeiten in der Branche nicht so kritisch. Ich weiß es nicht.

Und: „Kurze Lieferzeiten“ ist dieselbe Aussage wie „hohe Qualität“: alle behaupten es, keiner macht es greifbar. Das ist für den Kunden so relevant wie: „Wir haben schöne Nasen“.
Konkrete Aussagen, die momentan niemand macht wären: „Lieferung ab 10 Arbeitstagen“, „Angebot in 24 Stunden“ oder „7 Tage von Auftragseingang bis Fertigstellung“

Im B2B-Bereich ist Liefertreue oft entscheidend für die Vergabeentscheidung. Wer Lieferzeiten konkret kommuniziert und einhält hat hier (vermutlich) einen freien Differenzierungsraum.

Preis:

In den 40 häufigsten Überschriften findet sich kein einziger Preis-Baustein. In den häufigsten Beschreibungstexten ebenfalls nicht. Kein Anbieter wirbt mit „kosteneffizient“, „wettbewerbsfähige Preise“ oder „günstige Baugruppenmontage“.

Das ist verwunderlich. Fast überall wird mit „schnell, günstig, gut“ geworben. Warum das hier nicht der Fall ist, erschließt sich mir von Außen nicht. So oder so: Preis-Transparenz ist definitiv ein relevanter Faktor. Wer ihn kommuniziert, hat diesen Raum komplett für sich allein.

Qualität — konkret:

„Präzise Baugruppenmontage“ (100 Messungen), „Hochwertige Produkte“ (152), „Zertifizierte Qualität“ (32), „ISO 9001 zertifiziert“ (23), „Deutsche Fertigung“ (55).

Qualitätsaussagen sind vorhanden aber unspezifisch. „Präzise“ und „hochwertig“ sind Adjektive, keine Belege. Wer Qualität greifbar macht, durch konkrete Toleranzen, Prüfverfahren, Zertifizierungen für spezifische Branchen wie Automotive, Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt, hat in den Anzeigentexten keine einzige Vergleichsmöglichkeit.

Fazit der Anzeigenauswertung

Der Anzeigenraum für Baugruppenmontage ist mit drei Elementen gefüllt: Dienstleistungs-Bezeichnung, Service-Formel, Erfahrungs-Claim. Das wiederholt sich bei fast jedem Anbieter auf fast jedem Keyword.

Themen wie konkrete Losgrößen, Branchen, Materialien, Lieferzeiten oder spezifische Qualitätsnachweise sind nahezu absent.

Wer eine einzige konkrete Aussage kommuniziert, eine Branche, eine Losgröße, ein Verfahren, eine Zertifizierung, sticht sofort heraus. Nicht weil die Anzeige besonders kreativ ist. Sondern weil alle anderen so ähnlich sind.

Konsequenzen für Werbetreibende, die für Baugruppenmontage Leads holen wollen

Diese Konsequenzen richten sich an Lohnfertiger und Mittelständler, die mechanische Baugruppenmontage als Kernleistung anbieten. Für EMS-Anbieter (elektronische Baugruppen, Leiterplatten) gelten bei der Keyword-Strategie andere Überlegungen.

Das Cluster umfasst 810 Suchen pro Monat mit klar erkennbarer B2B-Einkaufsabsicht. Klickpreise im gesunden Bereich von 9 bis 11 Euro. Der Markt ist nicht dominiert. Die meisten aktiven Werbetreibenden zeigen strukturelle Schwächen in ihrer Kampagnenkonfiguration. Im Anzeigentext regiert Austauschbarkeit. Die Ausgangssituation für einen strukturierten Einstieg ist besser als die bloße Anzahl von 25 Werbetreibenden vermuten lässt.

Einstiegslücke:

Die erste strukturelle Lücke liegt beim Geräteziel. In einem Markt, in dem Entscheider und Einkäufer typischerweise am Rechner recherchieren, schalten die meisten Anbieter ohne gezielte Gerätekonfiguration und landen damit überwiegend bei Mobilnutzern. Im Datensatz erscheint der Marktführer Kinkele zu 78 Prozent auf Mobile, Framotec zu 98 Prozent, RUW zu 96 Prozent. Wer auf Desktop einschränkt, erreicht die Entscheider, die Aufträge vergeben und setzt sich von nahezu dem gesamten Wettbewerbsfeld ab, ohne dafür mehr zu zahlen.

Die zweite strukturelle Lücke liegt in der zeitlichen Ausspielung der Anzeigen. Kaum ein Anbieter fokussiert sein Werbebudget auf die typischen Bürozeiten Montag bis Freitag von 6.00 bis 18.00 Uhr in denen Einkäufer typischerweise recherchieren. Wer nachts ausgespielt wird, hat zwar „Sichtbarkeit“, aber bei wem?

Die dritte Lücke liegt bei der Seite nach dem Klick. Selbst Kinkele hat keine dedizierte Landingpage. Eine strukturierte Seite mit klarer Positionierung für welche Branchen, welche Losgrößen, welche Materialien, warum gerade dieser Anbieter ist im aktuellen Marktumfeld sofort besser als fast alles, was der Markt zeigt.

Was ein neuer Werbetreibender mitbringen muss:

  • Gezieltes Geräteziel auf Desktop. Fast alle Konkurrenten sind im Datensatz mobil-lastig, pema ist die einzige Ausnahme
  • Bürozeiten als Startpunkt: Montag bis Freitag, 6 bis 18 Uhr; Erweiterung nach Datenlage
  • Begrenzter Einsatz der Keyword Option „weitgehend-passend“ und Ausschluss von nicht passenden Keywords ggf aus der EMS, Leiterplattenbestückung, Bestückung, Elektronikfertigung, falls nicht relevant für die eigene Firma. Löst nicht die inhärente Keyword-Doppelbedeutung, begrenzt aber zusätzlichen EMS-Traffic aus dieser Einstellung
  • Eine strukturierte Seite nach dem Klick, die konkret benennt: für welche Branchen, welche Losgrößen, welche Materialien, welche Verfahren. Das macht kein anderer Anbieter sauber



  • Häufige Fragen

    Was kostet ein Klick auf Google-Anzeigen für Baugruppenmontage?

    Die Kosten pro Klick für bezahlte Google-Anzeigen im Bereich Baugruppenmontage liegen zwischen 9 und 11 Euro — abhängig vom konkreten Suchbegriff, auf den man wirbt. „Baugruppenmontage“ als breitestes Keyword liegt bei rund 9 Euro pro Klick, „Baugruppenmontage Maschinenbau“ als schärfstes Keyword bei 11 Euro. Das ist ein klares B2B-Signal: Werbetreibende zahlen nur dann so viel, wenn der durchschnittliche Auftragswert das rechtfertigt. Bei einer realistischen Conversion-Rate von 3 bis 5 Prozent — also dem Anteil der Anzeigen-Klicks, der zu einer echten Anfrage wird — kostet eine qualifizierte Anfrage zwischen 180 und 370 Euro — rein für das Werbebudget, ohne externe Beratungskosten.

    Wie viel Budget brauche ich, um Google Ads für Baugruppenmontage sinnvoll zu testen?

    Bei Klickpreisen von 9 bis 11 Euro und einem aussagekräftigen Testvolumen von 5 bis 8 Klicks pro Tag sind das rund 50 bis 90 Euro Tagesbudget — also 1.500 bis 2.700 Euro pro Monat als realistisches Mindestbudget für einen ersten Test. Wer darunter startet, bekommt zu wenig Daten, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Die ersten 6 bis 8 Wochen sollten als Lernphase eingeplant werden: Es dauert, bis genug Daten vorliegen, um Kampagnen sinnvoll anzupassen. Wer das Budget für diese Lernphase nicht aufbringen kann oder will, sollte diesen Kanal noch nicht angehen.

    Ist der Google-Ads-Markt für Baugruppenmontage bereits zu voll für einen Einstieg?

    Nein. Auf den ersten Blick sehen 25 Werbetreibende nach einem besetzten Markt aus. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich: Ein erheblicher Teil davon wirbt für etwas inhaltlich anderes — ein Rückbau-Unternehmen, ein Jobportal, ein eCommerce-Fulfillment-Anbieter. Der faktisch relevante Wettbewerb für mechanische Baugruppenmontage schrumpft auf 5 bis 6 Anbieter. Wer mit einer strukturierten Kampagne einsteigt, findet einen Markt, der aussieht wie besetzt, es aber kaum ist.

    Muss ich mit Anfragen für elektronische Baugruppen rechnen, wenn ich auf „Baugruppenmontage“ werbe?

    Ja, definitiv. „Baugruppenmontage“ beschreibt als Begriff sowohl mechanische als auch elektronische Baugruppenfertigung (Leiterplattenbestückung, Platinenfertigung). Das ist keine Fehlfunktion von Google, sondern eine Eigenschaft des deutschen Fachbegriffs. Wer mechanische Baugruppen anbietet, zahlt zwingend für einen Teil der Klicks von EMS-Suchenden — das lässt sich mit Ausschluss-Keywords nicht vollständig verhindern, weil Suchende dasselbe Keyword „Baugruppenmontage“ verwenden. Die wirksamste Gegenmaßnahme ist der Anzeigentext: Wer dort klar benennt, was angeboten wird — mechanische Baugruppen, Maschinenbau, CNC — reduziert Klicks von unpassenden Suchenden spürbar. Ausschluss-Keywords wie EMS, Leiterplattenbestückung, Bestückung oder Elektronikfertigung helfen zusätzlich, die automatische Ausweitung durch Google auf EMS-Suchen einzugrenzen.

    Desktop oder Mobilgerät — worauf sollte ich bei Google Ads für Baugruppenmontage setzen?

    Auf Desktop, und zwar konsequent. Technische Entscheider und Einkäufer im B2B-Umfeld recherchieren typischerweise am Rechner, nicht am Smartphone. Das Marktbild bestätigt das: Der einzige Anbieter mit konsequentem Desktop-Fokus — pema-verbindet mit 97 Prozent Desktop — zeigt durch seine Konfiguration, dass man es weiß. Der Marktführer Kinkele kommt trotz gezielter Bürozeiten-Schaltung auf 78 Prozent Mobile — wahrscheinlich weil kein Geräteziel konfiguriert ist. Wer auf Desktop einschränkt, hebt sich von fast dem gesamten Wettbewerbsfeld ab und erreicht die Entscheider, die tatsächlich Aufträge vergeben.

    Lohnt sich das Keyword „Lohnfertigung Maschinenbau“ für Baugruppenmontage-Anbieter?

    Ja — und es ist die am meisten übersehene Chance in diesem Cluster. 260 Suchen pro Monat, 10 Euro pro Klick, 8 von 10 Top-Anbietern nicht präsent. Der einzige aktive Spieler (RUW Maschinenbau) schaltet mit 96 Prozent Mobile und landet typischerweise auf der letzten bezahlten Position — nach den organischen Suchergebnissen, wo kaum jemand noch hinschaut. Wer auf diesem Keyword mit einer sauberen Desktop-Kampagne antritt, hat faktisch freie Bahn. Das Keyword ist breiter als reine Baugruppen-Anfragen — hier suchen auch CNC-Fertiger, Schweißer, Dreher. Die eigene Anzeige muss deshalb klar kommunizieren, was konkret angeboten wird, um Streuverluste zu begrenzen.

    Was macht eine gute Anzeige für Baugruppenmontage aus?

    Fast alles, was die aktuellen Marktanbieter nicht tun. Die Mehrheit der Anzeigen besteht aus drei generischen Bausteinen: ein Suchbegriff in der Überschrift, „alles aus einer Hand“ im Beschreibungstext, eine Jahreszahl als Vertrauenssignal. Das reicht für Sichtbarkeit, aber nicht für Differenzierung. Eine Anzeige, die heraussticht, nennt konkret: für wen (welche Branche, welche Projektsituation), was genau (welches Verfahren, welche Losgröße, welches Material) und warum gerade dieser Anbieter (ein messbarer Vorteil, keine Worthülse). Beispiele für Überschriften, die im aktuellen Marktumfeld sofort herausstechen würden: „Baugruppenmontage Maschinenbau – Kleinserien ab Losgröße 10“, „Mechanische Baugruppen nach Zeichnung – ISO 9001, 5 AT Lieferung“ oder „Fertigungspartner für Automotive-Baugruppen – Anfrage in 24 Std.“